Wissensraum im Wandel – Eine kurze Geschichte der Universitätsbibliothek Kiel
Die Universitätsbibliothek (UB) Kiel entsteht 1665 gemeinsam mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ihren Grundstock bilden die Handschriften und Drucke des im 16. Jahrhundert aufgelösten Augustinerchorherrenstift Bordesholm – ein kulturelles Erbe, das bis heute den ältesten Bestand der Bibliothek prägt.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gewinnt die Bibliothek als wissenschaftliche Einrichtung im deutschsprachigen Raum zunehmend an Bedeutung. Mit dem ersten eigenständigen Bibliotheksbau in der Brunswiker Straße im Jahr 1884 beginnt eine Phase gezielten Ausbaus: Infrastruktur, Organisation und bibliothekarische Praxis professionalisieren sich kontinuierlich.
Der Zweite Weltkrieg markiert einen tiefen Einschnitt. Ein Bombentreffer am 29. April 1942 zerstört rund die Hälfte der damals mehr als 500.000 Bände. In der Nachkriegszeit richtet sich der Blick nach vorn: 1966 bezieht die UB Kiel einen Neubau auf dem Campus an der Olshausenstraße. Der Bau der Zentralbibliothek an der Leibnizstraße markiert 2001 einen weiteren Meilenstein in der baulichen Entwicklung der UB Kiel. 2015 feiern Universität und Bibliothek ihr gemeinsames 350-jähriges Bestehen.
Heute ist die UB Kiel eine zentrale Informations- und Serviceinfrastruktur der Universität und versteht sich als Motor der digitalen Transformation an der CAU. Digitalisierung, Forschungsdatenmanagement und Open Science prägen ihr Profil ebenso wie innovative Konzepte zur Förderung von Informationskompetenz. Historische Bestände werden systematisch digitalisiert und in forschungsnahe Dienste integriert.
Durch das Portal SchriftGut.SH macht die UB Kiel das schriftliche Erbe Schleswig-Holsteins weltweit barrierefrei zugänglich und schlägt so die Brücke zwischen historischer Tiefe und modernen Digitalisierungstechnologien.
Mit dem Fachinformationsdienst Nordeuropa ist sie Teil der nationalen Forschungsinfrastruktur und international vernetztes Kompetenzzentrum, das die nordeuropäische Forschungsgemeinschaft im deutschsprachigen Raum durch spezialisierte digitale Services unterstützt.
Kontinuierliche Modernisierungen der vergangenen Jahre haben attraktive Lern- und Arbeitswelten geschaffen, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer orientieren und Raum für konzentriertes Arbeiten wie für kreativen Austausch bieten.
Mit ihrem integrierten Angebot aus Infrastruktur, Services und Expertise versteht sich die UB Kiel als Partnerin für die Weiterentwicklung der Universität und verlässliche Akteurin im Wissenschafts- und Forschungsraum Schleswig-Holstein.
