Emblematik im Ostseeraum

Ausstellungszeit 07.07.-02.09.2016    

 
Eine Ausstellung und Buchvorstellung des Kunsthistorischen Instituts der CAU und des Verlags Ludwig Kiel

EmblemIn der neueren Emblemforschung stehen die Auswirkungen der gedruckten Bücher auf Architektur, Alltagsleben und Festkultur im Vordergrund. Dabei ist die Ostseeregion in ein europäisches Netzwerk von ikonographischen Mustern und Motivwanderungen eingebunden, von ritualisierten Formen der bildlichen und sprachlichen Kommentierung von Architekturen, Orten und Biographien, das sie mit anderen europäischen Regionen bis hin nach Süd-, Südwest- und Westeuropa verbindet. Geographisch streuen die Beiträge des Bandes von Schleswig-Holstein über Dänemark und Schweden, Mecklenburg, Polen mit Danzig, Riga und Vilnius, zwei Beiträge betreffen Hamburg. Ein besonders interessantes Phänomen für die Region ist die zeitliche Verschiebung ‒ in den Randgebieten Europas tritt die Emblematik später auf als in den Zentren. In zwei Beiträgen wird ihr Verhältnis zur Aufklärung thematisiert.

Die Ausstellung begleitet das Buch, indem sie ausgewählte Beiträge in farbigen Großreproduktionen zusammen mit ihren Buchvorlagen vorstellt. Dabei liegt der Schwerpunkt darauf herauszuarbeiten, wie selbstständig die Auftraggeber und Künstler der Architekturembleme mit den Emblemen im Buch umgehen. Sie wählen gezielt Embleme oder Teile von Emblemen aus verschiedenen Emblembüchern und stellen sie zu einem neuen Programm mit eigener Bildaussage zusammen, zum Beispiel in der Bunten Kammer auf Gut Ludwigsburg oder auf dem Taufdeckel der St.-Jürgen-Kirche zu Gettorf. Dabei verwenden sie nach Bedarf einzelne Elemente aus Picturae und Motti, setzen Figuren vor einen neuen Hintergrund oder erfinden eigene Bestandteile hinzu. Sie gestalten die Picturae farbig-malerisch um, geben ihnen ein geeignetes Format und fügen sie in einheitliche oder variierende Kartuschenrahmungen ein.  

Emblematik im Ostseeraum – Emblematics around the Baltic
Tagungsband von Ingrid Höpel, Lars Olof Larsson (Hrsg.) Reihe: Mundus Symbolicus (Band 3). 232 Seiten, 162 S/W- und 58 Farbabbildungen.
ISBN: 978-3-86935-278-7

Die Emblematik ist aufgrund ihrer Zusammensetzung aus Bild und Text interdisziplinär. So finden sich in diesem Band Aufsätze von Kunsthistorikern, Literaturwissenschaftler (Germanisten, Anglisten, Latinisten) und Theologen.

 
Ausstellungskonzept: Frau Prof. Dr. Ingrid Höpel, Kunsthistorisches Institut

 
Eröffnung am 7. Juli, um 19 Uhr im Foyer der Universitätsbibliothek