Begegnungen mit Daniil Charms

Ausstellungszeit 06.07. - 22.09.2018

Plakat von Vladimir SitnikovDie Ausstellung „Begegnungen mit Daniil Charms“ verknüpft das Werk des Sankt Petersburger Schriftstellers Daniil Charms (1905-1942) mit zeitgenössischer und aktueller russischer Buchkunst. Auch Originalzeitschriften und illustrierte Bücher werden präsentiert.
Charms war ein kritisch wacher Zeuge von einschneidenden historischen Umbrüchen, hervorgerufen durch den Ersten Weltkrieg, die russische Revolution, den Bürgerkrieg und den Umschwung von der kommunistischen zur stalinistischen Ära. Dennoch spiegelte Charms die Verhältnisse nicht realistisch. Das alltäglich absurde Leben lieferte lediglich den Stoff für seine Literatur, die zwischen Fiktion und Realie schwankt. Er steht, wie viele Vertreter der russischen Literatur (z.B. Michail Bulgakow) in der absurd-grotesken Tradition von Nikolai Gogol. Zu seinen Lebzeiten durfte nur seine Kinderliteratur erscheinen, illustriert von bedeutenden Künstlern seiner Zeit. Sein Hauptwerk wurde in Russland erst seit den 1980er Jahren publiziert und regte viele russische Buchkünstler zu innovativen Schöpfungen an. Charms ist heute "Kult" in Russland und auch in Deutschland erfreut er sich seit seiner Wiederentdeckung immer größeren Bekanntheit.
Mit der Ausstellung wird –  vermittelt über die Künstlerbücher – ein unangepasster Autor und Lebenskünstler geehrt, der in Zeiten der dirigistischen sowjetischen Staatsmacht und des Vernichtungskrieges von Nazi-Deutschland keine Überlebenschance hatte.
Die Ausstellung wird von Dr. Klára Erdei und von den Sammlern der präsentierten Exponate, Albert Lemmens und Serge Stommels (Nijmegen) kuratiert.Die gezeigten Werke stammen aus der LS Collection, Van Abbemuseum, Eindhoven.

Plakat: Vladimir Sitnikov

Eröffnung am 5. Juli, um 19 Uhr im Foyer

Grußworte: Rainer Horrelt, Stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek

Einführung in das Werk von Daniil Charms: Hannes Hansen

Einführung in die Ausstellung: Dr. Klára Erdei