SHareDH
Projektvorstellung
SHareDH vernetzt und unterstützt Projekte aus Forschung, Lehre und Studium an den Universitäten Kiel und Flensburg, um die Digital Humanities im Land gemeinsam voranzubringen. Das Projekt baut auf bestehenden Ressourcen der CAU auf, erweitert diese durch die Perspektiven und Kompetenzen der Europa-Universität Flensburg und fördert so gemeinsame Lernprozesse, Austausch und praxisnahe Zusammenarbeit.
Dafür werden Lehr- und Lernmodule, digitale Forschungsworkflows sowie konkrete Beratungs- und Unterstützungsangebote entwickelt. Ziel ist eine aktive DH-Community, in der Wissen geteilt, Erfahrungen ausgetauscht und neue Projekte gemeinsam gestaltet werden.
Unterstützt wird SHareDH von der Landesregierung Schleswig-Holstein im Rahmen des Digitalisierungsprogramms 4.0.
Projektpartner
- Universitätsbibliothek Kiel, vertreten durch Arne Klemenz
- Europa Universität Flensburg, vertreten durch Bastian Voigtmann-Meising
Team
-
Projektkoordination: Patrick Nehr-Baseler
-
ProjektmitarbeiterInnen: Judith Hanke (EUF); Philipp Scheinert (UB Kiel), Marcel Jessen (UB Kiel)
-
Projektleitung: Andreas Christ
Aktivitäten
SHareDH Call 2026
Im Jahr 2026 begleitet SHareDH insgesamt neun Projekte durch ideelle Beratung und gezielte Unterstützung. Im Mittelpunkt stehen praktische Fragen der Anwendung digitaler Methoden in den Geisteswissenschaften – etwa die Auswahl geeigneter Methoden und Tools, Fragen der Datenmodellierung oder der Umgang mit spezifischen Projektherausforderungen.
Ergänzend zur individuellen Beratung stehen den Geförderten eine Bedarfssprechstunde, die Teilnahme an Workshops sowie ein neu eingerichtetes DH-Kolloquium zur Verfügung. Ziel ist es, Räume für Austausch und Zusammenarbeit zu eröffnen, in denen sich die Projekte eigenständig vernetzen, Erfahrungen teilen und gemeinsam weiterentwickeln.
-
Prof. Dr. Christine Blättler/Leon Tiemeier, Philosophisches Seminar, CAU zu Kiel: Alexandre Kojèves Hegel-Seminar: Dezentrierte Lektüren und europäisch-transatlantische translationes studiorum
-
Lea-Céline Bramsiepe, Germanistisches Seminar, CAU zu Kiel: Einfluss KI-generierter Sprache auf multilinguale Schreibprozesse von DaZ-/DaF-Lernenden: Analyse von lexikalischer und syntaktischer Variation und Metakognition
-
Dr. Benjamin Engels, Antikensammlung, CAU zu Kiel: Objekt- und Provenienznetzwerke. Ein interoperables Datenmodell für die Antikensammlung Kiel
-
Dr. Jan Kreutz, Forschungsstelle für Regionale Zeitgeschichte und Public History, Europa-Universität Flensburg: Die Konturen des Kolonialstaats. Steuer- und Haushaltspolitik in den deutschen Kolonien (1884-1914)
-
Prof. Dr. Tim Lorentzen, Institut für Kirchengeschichte, CAU zu Kiel: Eiserne Kreuze. Kirche und Kriegsgedächtnis im Neunzehnten Jahrhundert
-
Alena Maaß, Institut für klassische Altertumskunde, CAU zu Kiel: Entwicklung und Vermittlung antiken astronomischen Wissens: Das Werk des Aristarch von Samos und seine Scholien
-
Dr. Maren Elisabeth Schwab, Institut für klassische Altertumskunde, CAU zu Kiel: Heilige in Transformation: Untersuchungen zur Intermedialität der Legenda Aurea am Beispiel der Bibliothek des Augustinerchorherrenstifts Bordesholm
-
Dr. Pierre Sfendules, Institut für Kirchengeschichte, CAU zu Kiel: Zeit im Spiegel der Person. Studien zur theologischen Epochenbiographik (1800–1900)
-
Dr. Wong Tsz, Chinazentrum der CAU zu Kiel: Zwischen Pietismus, Berufung und kolonialem Wandel: Meta Wendt, die Kieler China-Mission und die Breklumer Mission in Südchina (1898–1949)
Workshops und Lehre
- 28.10.2025, Europa-Universität Flensburg: Daten? Algorithmen?(Epistemologische) Herausforderungen digitaler Methoden in den Geisteswissenschaften (durch Patrick Nehr-Baseler)
- Im Wintersemester 2025/2026 hat das Projekt die Vorlesung von Prof. Dr. Gerald Schwedler Einführung in die "digital humanities" in den Geschichtswissenschaften mit drei Sitzungen unterstützt (HTR und OCR; Nodegoat; Semantic Web und Linked Data).
Vortragsreihe
Vortragsreihe im Sommersemester 2026 Produktive Ambivalenz – Digitale Methoden und Meistererzählungen
Digitale Methoden verändern die epistemologischen Grundlagen der Geisteswissenschaften und eröffnen neue Perspektiven auf etablierte Forschungserzählungen. Die Vortragsreihe „Produktive Ambivalenz“ lädt dazu ein, diese kritische Reflexion digitaler Methoden zu diskutieren: Wie können digitale Verfahren traditionelle Metanarrative hinterfragen, bestehende Forschungsansätze sichtbar machen oder sogar neue narrative Formen erzeugen?
Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit der Ambivalenz digitaler Methoden – zwischen ihrem kritischen Erkenntnispotenzial und den normativen Wirkungen, die sie selbst entfalten können. Die Reihe bietet Raum für Austausch, Reflexion und interdisziplinäre Diskussion und richtet sich an alle, die die epistemologischen, methodischen und sozialen Dimensionen der Digital Humanities verstehen und mitgestalten möchten.
- 28.04.2026, digital: Prof. Dr. Rabea Kleymann (TU Chemnitz): Wahlverwandtschaften 2.0? Statistische Narrative in den Digital Humanities
- 05.05.2026, digital: Jun.-Prof.' Dr. Elisa Cugliana (Universität Köln): Edition als Mnemotechnik – Multimodale Quellen jenseits linearer Wissensordnungen
- 19.05.2026, Kiel: Dr. Christopher Nunn (Universität Heidelberg): Unsere breite Gegenwart und ihre algorithmische Zukunft: LLM-Epistemik beim Aktualisieren historischer Narrative
- 26.05.2026, Flensburg: Prof. Dr. Lina Franken (Universität Vechta): Digitale Praktiken und digital-analoge Daten zwischen Ausprobieren, Explorieren und Infrastrukturieren in den Digital Humanities
- 09.06.2026, Kiel: Prof. Dr. Evelyn Gius (TU Darmstadt): Erzählforschung als Messverfahren? Zu den methodologischen Chancen und Herausforderungen computationeller Zugänge
- 23.06.2026, digital: Prof. Dr. Peter Bell (Universität Marburg): Kanonkritik durch Distant Reading, Zoom und Close Reading oder De arte venandi per algorithmum
Dissemination
DHd 2026, Universität Wien, 3.-27. Februar 2026: Nicht nur Text, nicht nur Daten: Unser Projekt ist auch auf der DHd 2026 vertreten und stellt SHareDH mit dem Poster Nicht nur Daten, nicht nur Algorithmen? Akzeptanz als Basis des community-gesteuerten Aufbaus von DH-Infrastrukturen – Das Projekt SHare-DH vor.
