DEAL-Verhandlungen über bundesweite Lizenzen für Zeitschriften der Verlage Elsevier, SpringerNature und Wiley

Web-Bestellformular Notversorgungsservice aus Elsevierzeitschriften.

Seit vielen Jahren sind Universitäten bei der Literaturbeschaffung durch überproportionale Preissteigerungen der Verlage (insbesondere im Zeitschriftenbereich) mit immensen Kosten belastet.

Zugrunde liegt u. a. das Prinzip, dass durch öffentliche Mittel finanzierte Forschungsergebnisse über Abonnements und Lizenzen wiederum mit öffentlichen Mitteln „zurückgekauft“ werden müssen, damit dieses Wissen an den Universitäten für Forschung und Lehre verfügbar ist. Dieses System ist ohne grundlegende Änderungen auf Dauer nicht mehr finanzierbar.

Deshalb hat die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen unter Federführung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) das DEAL-Projekt ins Leben gerufen.

Aktueller Stand

Am 03.07.18 hat die DEAL-Projektgruppe unter Leitung der HRK die Verhandlungen mit dem Elsevier-Verlag wegen dessen weiterhin überhöhten und unakzeptablen Forderungen vorerst unterbrochen (siehe Pressemitteilung der HRK vom 05.07.18).

Der Elsevier-Verlag hat der CAU daraufhin am 09.07.18 mitgeteilt, den Online-Zugang zu den Zeitschriften nach der Kündigung des Lizenzvertrages durch die CAU vorerst abzuschalten.

Die UB stellt einen Notversorgungsservice für Artikel aus Elsevier-Zeitschriften zur Verfügung, den jedes CAU-Mitglied inklusive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Geomar, IPN und UKSH-Campus Kiel gerne nutzen kann.

Worum geht es bei den Deal-Verhandlungen?

Eine große Mehrheit der Einrichtungen in der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen (u.a. auch die CAU) hat der DEAL-Projektgruppe 2016 ein Mandat für Verhandlungen mit den Verlagen Elsevier, SpringerNature und Wiley erteilt, um eine signifikante Verbesserung des Status Quo zu erreichen.

Die Hauptforderungen an die Verlage für den Einstieg in einen Systemwechsel bei der Informationsversorgung lauten:

  • Dauerhafter Volltextzugriff auf das gesamte Zeitschriftentitel-Portfolio der Verlage
  • Open Access für alle Artikel von Autoren an deutschen Einrichtungen (Lizenz CC-BY, inklusive Peer-Review)
  • Angemessene Preisbildung nach einem einfachen, zukunftsorientierten Berechnungsmodell, das sich am Publikationsaufkommen orientiert ("Publish and Read")
  • Teilnahmeberechtigung von ca. 600 öffentlich finanzierten Bildungs- und Forschungseinrichtungen

 

Die DEAL-Projektgruppe verhandelt unter Leitung des Präsidenten der HRK Prof. Hippler seit Mitte 2016 mit dem Verlag Elsevier und seit Anfang 2017 mit den Verlagen SpringerNature und Wiley über bundesweite Lizenzen, die die genannten Forderungen erfüllen.

Stand der DEAL-Verhandlungen mit SpringerNature und Wiley

DEAL-Vertragsabschluss mit Wiley

Das DEAL-Projekt konnte mit dem Verlag Wiley am 15.01.2019 einen ersten richtungsweisenden Vertragsabschluss erzielen. Der DEAL-Lizenzvertrag leitet einen Transformationsprozess ein weg von subskriptionsbasierten Lizenzmodellen hin zu einem Modell, das auf Publikationsgebühren, den Prinzipien des Open Access und einer faireren Bepreisung beruht.

Inhalt des Vertrages ist ein Publish&Read-Modell, bei dem teilnehmende Einrichtungen (berechtigt sind ca. 700 Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland) für eine jährlich zu entrichtende Gebühr einen dauerhaften Zugriff auf ca. 1.600 subskriptionsbasierte E-Journals des Wiley-Verlages zurück bis 1997 haben (d. h. mit direktem Anschluss an die älteren Jahrgänge der schon seit längerem verfügbaren Nationallizenzen). Die CAU hatte bisher nur auf ca. 200 Wiley-Zeitschriften Zugriff. Alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der teilnehmenden Einrichtungen können künftig als Submitting Corresponding Authors ihre Artikel in den meisten der vorgenannten Zeitschriften ohne weitere Kosten Open Access veröffentlichen, so dass die Artikel vom ersten Tag an weltweit frei zugänglich sind. Hinzukommt die Möglichkeit, Artikel in den ca. 110 originären Gold Open Access-Zeitschriften des Wiley-Verlages zu veröffentlichen, wobei die Kosten dafür künftig die Einrichtungen tragen und nicht mehr die einzelnen Autorinnen und Autoren. Der Vertrag ist mit einer Laufzeit von 3 Jahren abgeschlossen worden. Das DEAL-Projekt ist aber langfristig angelegt, so dass eine Verlängerung über 2021 hinaus beabsichtigt ist.
Die CAU ist dem Vertrag durch Abgabe einer Teilnahmeerklärung beitreten.

Informationen zum DEAL-Vertrag mit Wiley:
Pressemitteilung der Hochschulrektorenkonferenz vom 15.01.2019
Projekt DEAL: Wiley-Vertrag
FAQs Wiley-DEAL-Vertrag

 

DEAL-Verhandlungen mit SpringerNature

Es konnten in den Verhandlungen substanzielle Fortschritte über Rahmenbedingungen erreicht werden. Man ist sich einig, dass in 2019 ein bundesweiter DEAL-Vertrag zustande kommen soll, der die vier Hauptforderungen des DEAL-Projekts berücksichtigen wird.
Beide Seiten möchten den Verhandlungen genügend Zeit geben, um alle Einzelheiten genau zu regeln. Deshalb wurde nach 2018 für 2019 eine weitere sogenannte Übergangsvereinbarung abgeschlossen, die die laufenden Lizenzverträge weitgehend ohne Preissteigerungen um ein Jahr fortführt.
Der Zugang zu SpringerNature-Zeitschriften im bisherigen Umfang ist also in 2019 gesichert.

 

Stand der DEAL-Verhandlungen mit Elsevier

Unterbrechung der Verhandlungen am 03.07.2018 - Abschaltung der Online-Zugänge zu den Zeitschriften durch den Elsevier-Verlag

Der Elsevier-Verlag hat in mehreren Verhandlungsrunden kein wirklich verhandelbares Angebot vorgelegt. Die bisher vom Verlag vorgelegten Angebote verweigern sich Argumenten für eine faire Preisgestaltung und transparenten Geschäftsmodellen, die auf der Publikationsleistung basieren und Publikationen offener zugänglich machen würden, sowie den Prinzipien von Open Access. Vielmehr setzt der Verlag weiterhin auf Preissteigerungen.

Um die Verhandlungsposition der DEAL-Projektgruppe zu stärken, haben ca. 60 namhafte Wissenschaftseinrichtungen ihre Verträge mit Elsevier bereits zum Jahresende 2016 (Liste) und weitere ca. 140 zu Ende 2017 gekündigt (Liste).

Außerdem haben seit Oktober zahlreiche namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Herausgebertätigkeiten für Elsevier-Zeitschriften  niedergelegt (Liste.

Zur Stärkung der Verhandlungsposition für die DEAL-Projektgruppe und aus Gründen der Solidarität hat das Präsidium der CAU in Abstimmung mit der Universitätsbibliothek im Juli 2017 beschlossen, den zum Jahresende 2017 auslaufenden Zeitschriftenlizenzvertrag der CAU mit dem Elsevier-Verlag zum 31.12.2017 zu kündigen.

Eine Erneuerung des lokalen Lizenzvertrages zu den bestehenden Konditionen kommt für die CAU nicht in Betracht. Die CAU möchte auch nicht bilateral mit dem Elsevier-Verlag verhandeln. Der auf Basis des gemeinsamen Agierens vieler Forschungseinrichtungen aufgebaute Druck stellt nach Überzeugung aller Beteiligten die vorerst einzige Möglichkeit dar, zu einem für die deutsche Wissenschaft erfolgreichen Ergebnis der Verhandlungen zu kommen.

Nach einer weiteren Verhandlungsrunde Anfang Juli 2018 hat die DEAL-Projektgruppe unter Leitung der HRK die Verhandlungen mit dem Elsevier-Verlag wegen dessen weiterhin überhöhten und unakzeptablen Forderungen vorerst unterbrochen (siehe Pressemitteilung der HRK vom 05.07.18). Elsevier ist  weiterhin nicht bereit, in Bezug auf einen deutschlandweiten Vertrag für ein nachhaltiges ‚Publish&Read-Modell‘ einen wissenschaftsadäquaten Leistungsumfang unter den Grundsätzen des Open Access anzubieten, der nachhaltig finanzierbar ist.

Der Elsevier-Verlag hat der CAU daraufhin am 09.07.18 mitgeteilt, den Online-Zugang zu den Zeitschriften nach der Kündigung des Lizenzvertrages durch die CAU abzuschalten. Damit sind vorerst die Volltexte der im bisherigen Vertragsumfang enthaltenen ca. 2.200 Zeitschriften (sogenannte „Freedom-Collection“, Liste) nicht mehr auf dem Campus verfügbar. Der Zugang zu Archiv-Jahrgängen bis Ende 2017 für einen kleineren Teil der Zeitschriften und zu den Nationallizenzen der Jahrgänge bis 2002 ist weiterhin gewährleistet.

Präsidium und Universitätsbibliothek ist bewusst, dass der vorübergehende Verlust dieses wichtigen Zeitschriftenangebots eine Einschränkung für Lehre und Forschung darstellt. Im Interesse einer zukunftsorientierten Informationsversorgung zu wissenschaftsfreundlichen und fairen Konditionen bitten wir alle CAU-Mitglieder um Verständnis und um ihre Bereitschaft, diese Vorgehensweise der CAU bis zum Zustandekommen eines DEAL-Vertrages weiterhin zu unterstützen.

Notversorgungsservice der CAU aus Elsevier-Zeitschriften mit Web-Bestellformular

  • Jedes CAU-Mitglied inklusive Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Geomar, IPN und UKSH-Campus Kiel können die UB beauftragen, Kopien von Artikeln aus Elsevier-Zeitschriften in Papierform zu beschaffen und bereitzustellen.
  • Wenn die gewünschten Artikel beschaffbar sind, werden die Kopien kostenlos für die Bestellerinnen und Besteller bereitgestellt.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden die Artikelkopien per Hauspost an die Dienstadresse gesendet. Dazu müssen bei der Bestellung lediglich Name, Dienstadresse und für Rückfragen die E-Mail-Adresse angegeben werden.
  • Studierende müssen die Artikelkopien in einer der drei Abteilungen der Zentralbibliothek abholen (da keine eigene Dienstadresse vorhanden) und aus organisatorischen Gründen daher bei der Bestellung ihre UB-Benutzernummer angeben.
  • Die Beschaffung erfolgt in der Regel über Fernleihe. Die Bereitstellung dauert bis zu ca. 10 Tagen. Die UB verzichtet dabei auf die üblichen Gebühren von 1,50 EUR pro Artikelkopie. Bei eiligem Bedarf, der im Bestellformular angegeben werden muss, veranlasst die UB eine Bestellung beim Direktlieferdienst subito. Die Bereitstellung erfolgt in diesem Fall innerhalb von ca. drei Tagen. Die Gebühren übernimmt der sogenannte Zentralfonds der CAU für Medienversorgung.

Ansprechpartner "DEAL" an der CAU

Als Ansprechpartner der UB stehen Ihnen gerne zur Verfügung:

Für alle Fragen zum Lieferdienst für Elsevier-Artikel:


Für alle Fragen zum DEAL-Projekt: