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Open Access Publizieren

Publizieren im Open Access an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 Was bedeutet Open Access?

Open Access bedeutet: freier Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und anderen Materialien über das Internet ohne technische, rechtliche oder finanzielle Barriere. Dokumente, die im Open Access publiziert wurden, sind für jedermann schnell und weltweit frei zugänglich und können ohne zusätzliche Kosten gelesen, heruntergeladen, kopiert, gedruckt und auch weiterverteilt werden.
Die Universitätsbibliothek koordiniert den Bereich "Publizieren im Open Access" an der Christian-Albrecht-Universität und bietet dazu Service- und Beratungsleistungen an, damit das in der „Berliner Erklärung über den freien Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ vom 22.10.2003 formulierte Ziel "einer umfassenden und interaktiven Repräsentation des menschlichen Wissens, einschließlich des kulturellen Erbes, bei gleichzeitiger Gewährleistung eines weltweiten Zugangs" verwirklicht werden kann.
Entstanden ist die Open-Access-Bewegung als Gegenreaktion auf übermäßige Preissteigerungen im Bereich der kommerziellen wissenschaftlichen Zeitschriften. Mit der freien Zugänglichmachung wissenschaftlicher Literatur über das Internet sollte darüber hinaus der Mehrfachsubventionierung und Kommerzialisierung öffentlich-rechtlich finanzierter Forschung zumindest teilweise begegnet werden.
Neben der freien Verfügbarkeit ist Ziel von Open Access die Beförderung der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Steigerung der Sichtbarkeit und langfristige Verfügbarkeit wissenschaftlicher Publikationen von Universitätsangehörigen.
Ausführliche Informationen (u.a. Hinweise für Autorinnen und Autoren, die ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen frei übers Internet zugänglich machen möchten) finden Sie auf dieser Informationsplattform.
  

 Warum sollen Autorinnen und Autoren ihre Veröffentlichung frei zugänglich machen?


Open-Access-Publikationen bieten Vorteile sowohl für die Urheber von wissenschaftlicher Literatur und Daten als auch für die Rezipienten dieser Informationen:

  • schneller und kostenfreier Informationszugang;
  • gute Auffindbarkeit der Dokumente in Bibliothekskatalogen (UB-Katalog, Verbundkatalog des „Gemeinsamen Bibliotheksverbundes“, KVK Karlsruher Virtueller Katalog) und über einschlägige Suchmaschinendienste (z.B. OIAster, BASE, Google Scholar);
  • verbesserte Sichtbarkeit von Dokumenten, damit verbunden: höhere Zitierhäufigkeit;
  • Sicherung der Urheber- und Verwertungsrechte von Autorinnen und Autoren.
     

Wie publiziert man im Open Access?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können ihre Forschungsergebnisse hauptsächlich auf zwei Wegen als Open-Access-Veröffentlichungen zugänglich machen.
Über den sog. "Grünen Weg" werden die geplanten oder bereits publizierten Beiträge auf der eigenen Website, der Homepage der eigenen Einrichtung oder einem Dokumentenserver der eigenen Einrichtung („institutionelles Repositorium“) oder einem Server mit Volltexten aus unterschiedlichen Quellen, jedoch mit einem gemeinsamen fachlichen Bezug („fachliches Repositorium“), veröffentlicht.
Vor einer solchen Zweitveröffentlichung (oder auch: Parallelveröffentlichung) ist die vertragliche Regelung mit dem Verlag zu klären, bereits vorab bei Erstellung des Publikationsvertrags (durch Aufnahme eines entsprechenden Zusatzes) oder im Nachhinein. In vielen Fällen kann allerdings anstelle der Verlagsfassung einer Publikation eine Preprint- oder Postprint-Version der entsprechenden Veröffentlichung online frei zugänglich gemacht werden. Eine erste Orientierung darüber, welche Formen der Parallel- / Zweitveröffentlichung gerade Zeitschriftenverlage gestatten, bietet SHERPA/RoMEO-Datenbank.Wenn man wissen will, welche Publikationsbedingungen einzelne Forschungsförderorganisationen haben und wie deren Open-Access-Erklärungen aussehen, lohnt sich ein Blick in die Datenbank SHERPA/JULIET.

Weiterführende Informationen zum Zweitveröffentlichungsrecht finden Sie auf diesen "FAQ-Seiten".
 
Über den  sog. "Goldenen Weg" werden wissenschaftliche Arbeiten in einer originären Open-Access-Zeitschrift veröffentlicht, d.h. in Online-Zeitschriften, deren gesamter Inhalt kostenfrei im Internet nutzbar und deren Redaktion dafür in der Regel – analog zu gedruckten Zeitschriften - ein inhaltliches Begutachtungsverfahren verlangt.
Dabei entstehen Kosten, die über verschiedene Modelle abgedeckt werden: Bei dem autorenfinanzierten Modell sind die anfallenden Gebühren von den Autorinnen und Autoren oder ihren Einrichtungen selbst zu tragen (publication fees, article processing charges); diese könnten bereits bei der Beantragung eines Forschungsprojektes berücksichtigt werden.
In einem anderen Modell werden die Kosten über institutionelle Mitgliedschaften getragen, Beispiel dafür ist die Plattform BioMedCentral, bei der die Universitätsbibliothek Kiel für alle Angehörigen der CAU eine Reduktion des Autorenbeitrags um 15% vertraglich gesichert hat. Zu diesem Angebot s. unten.
Wenn man als Autorin oder Autor festlegen möchte, in welchem Rahmen und Umfang die Publikationen von anderen nachgenutzt werden dürfen, empfiehlt sich die Verwendung von sog. CreativeCommons-Lizenzen, die eine abgestufte Rechtevergabe gestatten.
 
 
Beispiel für ein institutionelles Repositorium:
Mit MACAU, dem "Multimedialen Archiv- und Publikationsserver der CAU" bietet die Universitätsbibliothek Kiel eine Publikationsplattform an, auf der nach Unterzeichnung eines Autorenvertrages von Angehörigen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wissenschaftliche Beiträge ohne weitere Kosten eingestellt werden können.

Beispiele für fachliche Repositorien:
In einer Reihe von Disziplinen bestehen bereits fachliche Dokumentenserver, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine Veröffentlichung im Open Access ermöglichen:
 
  • Geowissenschaften: das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung GEOMAR bietet als fachliches Repositorium OceanRep an.

 

  • Lebenswissenschaften: Seit Oktober 2015 präsentiert die ZB MED - Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften ihr Open-Access-Publikationsportal PUBLISSO mit vielen Angeboten und Informationen im Bereich Digitales Publizieren und Open Access, darunter auch ein Fachrepositorium Lebenswissenschaften.
     
  •  Physik, Mathematik, Informatik, Quantitative Biologie, Finanzstatistik: für diese Fächer besteht eines der ältesten und umfangreichsten Repositorien arXiv.

         
  • Skandinavistik: Die Universitätsbibliothek Kiel verantwortet gemeinsam mit zwei weiteren Universitätsbibliotheken das fachliche Repositorium der „Virtuellen Fachbibliothek Nordeuropa und Ostseeraum (vifanord)“.

  • Sozialwissenschaften: das GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaft stellt die Plattform SSOAR zur Verfügung.

  •  Wirtschaftswissenschaften: Im Bereich Wirtschaftswissenschaften pflegt die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaft das Repositorium Econstor. 

 Zeitschriften im Open Access

Einen guten Überblick über Open-Access-Zeitschriften mit inhaltlicher Begutachtung („Peer Review“ oder „Editorial Review“) der zur Veröffentlichung eingereichten Beiträge bietet das "Directory of Open Access Journals" (DOAJ) (hier auch fächerspezifische Suchmöglichkeit und Suche nach einzelnen Aufsätzen in Open-Access-Journalen).
Im Rahmen der mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft geschaffenen National- und Allianzlizenzen ist es in vielen Fällen möglich, die eigene Publikation in einer dieser geförderten Lizenzen auch auf dem eigenen universitären Dokumentenserver als Zweitveröffentlichung weltweit zugänglich zu machen. Voraussetzung ist, dass die eigene Universität an diesem Programm teilnimmt. Informationen dazu gibt Ihnen gerne die Universitätsbibliothek.
        

Autorenrabatt für das Publizieren auf der Plattform BioMedCentral

Die Universität Kiel unterstützt Publikationen in Open-Access-Zeitschriften im Rahmen ihrer neuen institutionellen Mitgliedschaft bei BioMed- Central. Alle Forscherinnen und Forscher der Universität Kiel sind beim Publizieren in BioMed- Central, Chemistry Central- und SpringerOpen-Zeitschriften zu einer 15% ermäßigten Artikelgebühr berechtigt, wenn der Artikel aus dem IP-Bereich der Universität aus eingereicht wird.
 
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Kiel können aus über 350 hochwertigen, nach anerkannten Standards begutachteten Zeitschriften in den verschiedensten Forschungsbereichen wählen. Viele dieser Zeitschriften haben einen Impact-Factor:
 
Mehr Informationen zu BioMedCentral finden Sie hier.

 

Monographien im Open Access

Analog zum DOAJ wurde im April 2012 das „Directory of Open Access Books (DOAB)  gestartet. DOAB ist eine Suchmaschine für qualitätsgeprüfte Monographien, die unter einer Open Access-Lizenz erschienen sind. Entstehen soll nicht nur eine Sammlung von OA-Monographien, die bspw. von Bibliotheken eingebunden werden, sondern gleichzeitig auch ein Verzeichnis von OA-affinen Verlagen, die zur Mitwirkung aufgefordert sind.
           

Open-Access-Bewegung in Deutschland

Den Anstoß zur  Open-Access-Bewegung in Deutschland gab die Unterzeichnung der „Berliner Erklärung zum freien Zugang zu Wissen“ am 22.10.2003 durch deutsche hochrangige Wissenschaftsförderorganisationen. Sie wird heute von zahlreichen deutschen Organisationen aus dem Bereich der universitären und außeruniversitären Forschung unterstützt, namentlich im Rahmen der "Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen". Die entsprechenden Aktivitäten sind gebündelt in der "Schwerpunktinitiative "Digitale Information".

Lesenswert ist die Broschüre der Arbeitsgruppe Open Access der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen: Open Access. Positionen, Prozesse, Perspektiven. Bonn 2009

Die Leibniz-Gemeinschaft unterstützt die Open Access Bewegung mit einem eigenen „Arbeitskreis "Open Access" (seit 2005) und dem Publikationsportal der Leibniz-Preisträger „Leibniz PUBLIK“. 

Präsidium und Senat der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben am 10. Juli 2013 Leitlinien zur Unterstützung von "Open Access"auch durch die Angehörigen der CAU verabschiedet.

 

Zweitveröffentlichung von Dokumenten aus Allianz- bzw. Nationallizenzen

Bei den Allianz- und Nationallizenzen gestatten die folgenden Produkte die Open Access-Zweitveröffentlichung enthaltener Dokumente:

- AIP Journals (AIP)

- Annual Reviews (Annual Reviews)

- De Gruyter Bepress Journal Collection (ehemals Berkley Electronic Press Academic Journals)

- Blackwell Publishing Journal Backfiles (Blackwell)

- BMJ Journal Online Collection (BMJ)

- Brill Journal Archive Online (Brill)

- Cambridge Journals Digital Archives (CUP)

- Cambridge University Press (CUP)

- China Academic Journals (CAJ)

- Emerald Fulltext Archive Database (Emerald)

- EMS Journals (EMS)

- Karger Journals (Karger)

- Lippincott, Williams & Wilkins (LWW)

- Oxford Journals (OUP)

- Oxford Journals Current Content (OUP)

- Psychiatry Legacy Collection (American Psychiatric Publishing)

- RSC Journals (RSC)

- Sage Journals online (Sage)

- The Endocrine Legacy

- The Nation Digital Archive (EBSCO)

- Universal Database of Social Sciences & Humanities (UDB-EDU)

- Walter de Gruyter Online Zeitschriften (de Gruyter)

- Wiley InterScience Backfile Collections (Wiley)

- Zentralblatt MATH Online Database (Springer).

 

Dies ist jedoch teilweise an Bedingungen geknüpft, die Sie entweder selbst hier nachlesen oder per E-Mail bei uns erfragen können:  epublikationen@ub.uni-kiel.de.  

Ausführliche Informationen zu vielen Fragen des Zweitveröffentlichungsrechts finden Sie in den Erläuterungen der Schwerpunktinitiative "Digitale Information" der Allianz der Wissenschaftsorganisationen.

 

 

Übernahme von Open Access Publikationsgebühren

 

Alle Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität können bei Erfüllung bestimmter Bedingungen aus einem neu aufgelegten Publikationsfonds des Landes Schleswig-Holstein angefallene Open Access Publikationsgebühren bis zu 2.000 € pro  Aufsatz erstattet bekommen. Die genauen Ausführungsbestimmungen sowie das Formblatt für die Beantragung finden Sie hier (english version: here).

  

Weitere Fragen zum Publizieren im Open Access?

Für weitere Fragen wenden Sie sich an die Open-Access-Ansprechpartner in der Universitätsbibliothek, am besten per E-Mail: epublikationen.
Wir werden uns dann umgehend bei Ihnen melden!

Gern können Sie sich auch an den Open-Access-Beauftragten der Universitätsbibliothek wenden: Rainer Horrelt
  (stellv. Direktor), Tel.: 880-2702 .