Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Universitätsbibliothek


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Kurze Geschichte des Fachinformationsdienstes Nordeuropa


 

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Die historisch gewachsenen engen Beziehungen zu den nordischen Ländern haben die Bestandsgeschichte der Universitätsbibliothek Kiel nachhaltig beeinflußt. Nach der 1773 erfolgten Anbindung des gottorfischen Anteils des Herzogtums Holstein an Dänemark profitierte die Bibliothek durch Dublettenabgaben der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen und nicht zuletzt durch zahlreiche Geldgeschenke des Königs. 1811, im Jahr der Berufung des ersten außerordentlichen Professors für dänische Philologie, des Dichters Jens Baggesen (1764-1826), wurden erstmals Sondermittel für die Beschaffung dänischer Bücher bewilligt.
Die erste ordentliche Professur für nordische Philologie wurde 1865 mit Theodor Möbius (1821-1890) besetzt. Ihm verdankt die Bibliothek einen Grundstock von ca. 1100 Bänden ihrer vor dem Zweiten Weltkrieg sehr bedeutenden Sammlung an Islandica.


Im Rahmen der ab 1910 geltenden Erwerbungsabsprachen der preußischen Universitätsbibliotheken hatte Kiel den Bereich "Nordische Philologie" übernommen und gehörte neben Göttingen, Bonn, Breslau und Königsberg zu den fünf ersten Bibliotheken, denen klar umrissene Sammelaufgaben zugewiesen wurden. Nach der Gründung der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft 1920 wurde der Sammelauftrag Kiels als nordischer "Kulturkreis" definiert.


bild wikingerschiffIm Zweiten Weltkrieg fielen 250.000 Bände - die Hälfte des Gesamtbestandes der Bibliothek - den Bomben zum Opfer, darunter auch etwa 30 Prozent des Bestandes an Islandica (vgl. hierzu die bis 1942/1944 vorhandenen 5478 Titel in dem 1931 erschienenen Islandkatalog von Olaf Klose). Die Kontakte der Bibliothek mit den nordischen Ländern erleichterten die Wiederaufnahme der Sammeltätigkeit und die nach den Kriegsverlusten notwendigen Ergänzungen des Altbestandes. Im Rahmen des Sondersammelgebietsplans der Deutschen Forschungsgemeinschaft wurde der UB Kiel die Pflege des Gebietes 7,22 Skandinavien übertragen. Entgegen aller Tradition wurde 1949 der Teilbereich Schweden aus dem Plan herausgenommen und der SUB Hamburg zugewiesen. 1963 konnte der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden.

 


Im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ wurde das SSG im Jahr 2016 durch den Fachinformationsdienst Nordeuropa (FID) abgelöst, der Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen in Deutschland zukünftig einen weitgehend standortunabhängigen Zugriff auf Literatur und Onlineressourcen zum Raum Nordeuropa ermöglicht. Zu diesem Zweck wird nicht nur der umfangreiche Bestand des SSG weitergeführt, sondern der Fokus vermehrt auch auf die Erschließung von online verfügbaren Datenbanken, Zeitschriften, Volltexten und anderen digitalen Ressourcen gelegt.


bild mausklickDer Bestand des FID Nordeuropa umfaßt zurzeit ca. 170.000 Bände, und er wächst jährlich um ca. 3.000 weitere Bände. Hinzu kommen ca. 700 laufend gehaltene Printzeitschriften und Jahrbücher sowie ein ständig wachsender Bestand an Onlinezeitschriften, die in der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek EZB nachgewiesen werden. Seit 2006 werden darüber hinaus online frei zugängliche Volltexte nach wissenschaftlichen Kriterien gesammelt und katalogisiert. Zusätzlich pflegt der FID ca. 500 Datenbanken in einem eigenen Abschnitt im Datenbank-Infosystem DBIS, zu denen jährlich ca. 200 Datenbanken hinzutreten.

 

Weitere Informationen bietet der Podcast: Das Sondersammelgebiet Skandinavien an der Universitätsbibliothek Kiel anlässlich des 350-jährigen Universitätsjubiläums, in dessen Rahmen auch die Ausstellung Von Fanø bis zur Nordkalotte präsentiert wurde.

 

                                                                            Fotos: Jürgen Haacks, Uni Kiel