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Vladimir Sitnikov: BILDERSATZ

Ausstellungszeit                                                                   

vom 17.10.2013 bis 22.2.2014                               Rundgang          Presse

 

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In einer Bibliothek herrscht Ordnung. Meistens. Aber diesmal entspricht die Ausstellung von Vladimir Sitnikov in der Universitätsbibliothek nicht ganz dieser Erwartung: Seine Bücher als Bild-Ersatz in den Vitrinen zeigen Bilder und seine Bilder an den Wänden zeigen Worte, Wortfetzen, einzelne oder aufgereihte Buchstaben - Bilder-Satz.

 

Vladimir Sitnikov wurde 1958 in Moskau geboren und studierte an der dortigen Kunstakademie Buchgraphik. In der damaligen Zeit bot diese Kunstgattung fast die einzige Möglichkeit, relativ unabhängig von der ideologischen Kontrolle und totalitären Ästhetik künstlerisch zu arbeiten und gleichzeitig eine Legitimation gegenüber dem Staat zu haben. Viele wichtige Künstler, z. B. Ilja Kabakov, waren in dieser inoffiziellen Kunstszene aktiv. Hier entstanden die Künstlerbücher der Moskauer Konzeptualisten, die eine Brücke bildeten zwischen Text und Bild, Kunst und Buch, offiziellem Kunstdiskurs und Samisdat-Literatur. Sitnikov  lebt seit 18 Jahren in Kiel und ist auch hier mittlerweile ein anerkannter Künstler. Auch in der Universitätsbibliothek Kiel hat er bereits zweimal seine Arbeiten gezeigt: „Kunst-Buch-Kunst“  2006 und „Mord in der Bibliothek“  2009). 2009 fand zudem in der Staats- und Universitätsbibliothek in Hamburg eine Einzelausstellung mit seinen Künstlerbüchern statt; im Dezember 2013 werden in der Hamburger und anschließend 2014 in der Kieler Universitätsbibliothek die 25 wichtigsten zeitgenössischen russischen Buchkünstler vorgestellt, darunter auch Vladimir Sitnikov.

 

In der aktuellen Ausstellung werden einerseits in den Vitrinen Sitnikovs seit 2006 entstandene Künstlerbücher gezeigt: Teils russisch-deutschsprachige Texte der modernen Klassiker der russischen Literatur mit seinen Illustrationen (wie z.B. "Die verhängnisvollen Eier" von Michail Bulgakow; "Wenn eine Ehefrau alleine wegfährt", "Adam und Eva" oder "Optische Täuschung" von Daniil Charms; "Das Porträt" von Nikolaj Gogol), teils seine eigene Themen (z.B. "Keine Kunst", "Schießkunst", "Karaoke“).

 

Neben den Künstlerbüchern zeigt die Ausstellung zugleich 60 Ölbilder des vielseitigen Künstlers im Untergeschoß der Bibliothek. Denn Sitnikov setzt sich häufig auch in seiner Malerei mit der Sprache auseinander. Für die aktuelle Schau entstand 2013 die Serie "BILDERSATZ", die 18 Ölbilder umfasst. Die Grenzen von Bild und Text werden hier fließend, auf den Bildern sind halbe, einzelne oder mehrere Buchstaben aufgereiht, alle aneinandergefügt bilden sie einen unvollendeten Satz. Aber man sollte den Text nicht schnell „lesen“ und dann weitergehen, sondern die Bilder als Malerei, als Bild betrachten.

Aus dem Jahr 2011 stammt die Arbeit "Azbuka – Russisch für zu Hause". Auf den 18 kleinformatigen Ölbildern sind kyrillische Buchstaben des russischen ABC immer vor einem Hintergrund als Ausschnitt von seinem Zuhause zu sehen – die Sprache als Heimat in der Fremde. In der Ausstellung werden zusätzlich die Projekte "Orthographie", erstmals 2012 in der Landesschau in Flensburg vorgestellt, und "Lautbilder - Kunstaktion: zwölf tragbare Bilder zum Protestieren, Manifestieren und Meditieren", ebenfalls 2012 in der Lessinghalle und im Kunstraum B präsentiert, nochmals zu sehen sein.

 

Internetseite des Künstlers: www.vladimir-sitnikov.de

Mit freundlicher Unterstützung des Amtes für Kultur und Weiterbildung der Landeshauptstadt Kiel.

Eröffnung: 17.10.2013, um 19 Uhr. Die Einführung hält Dr. Peter Thurmann

Kuratorin: Dr. Klára Erdei - Tel.: 880-2723, Mail: erdei@ub.uni-kiel.de

 

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