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Verehrt, verflucht, vergessen - Leben und Werk von Sophie Albrecht (1756-1840) und Johann Friedrich Ernst Albrecht (1752-1814)

Universitätsbibliothek Kiel zeigt Ausstellung über ein Hamburger Künstlerpaar im Zeitalter der Französischen Revolution

 

Ausstellungszeit
12.11. - 23.12.2014Presse        

 

 

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Sie waren eines der schillerndsten Paare im Zeitalter der Französischen Revolution: Die Albrechts! Mit ihrem ambitionierten Altonaer Nationaltheater verbreiteten sie die Ideen der Aufklärung und blieben als ‚Ära Albrecht‘ im kollektiven Gedächtnis der norddeutschen Theatergeschichte präsent.

Johann Friedrich Ernst Albrecht (1752–1814), der ursprünglich Medizin studiert hatte, trat als literarisches Multitalent in Erscheinung, dessen über 50 Romane und zahlreiche Theaterstücke ebenso erfolgreich waren wie später seine medizinischen Ratgeber.

Sophie Albrecht (1756–1840) beeindruckte als Vortragskünstlerin und Verfasserin von Gothic-Novels und Gedichten. Als Schauspielerin zählte sie zu den berühmtesten ihrer Zeit, begeisterte ihr Publikum und ließ die Herzen ihrer männlichen Zuschauer höher schlagen. So geriet auch Schiller in ihren Bann, wurde ihr Bewunderer und veröffentlichte ihre sehnsuchtsvollen Gedichte in seiner Zeitschrift Thalia.

Vom Publikum und ihren Lesern geliebt, wurden die Albrechts von der Literaturkritik als ‚Unterhaltungsautoren‘ stigmatisiert und beschimpft. Von den Behörden wurden sie verfolgt, da vor allem Albrechts Schlüsselromane über die Herrscher Europas politischen Zündstoff bargen und von der Zensur verboten wurden.

Später gerieten die Albrechts in Vergessenheit. Lange Zeit waren sie kein adäquater Forschungsgegenstand für die ausschließlich an ‚Hochliteratur‘ interessierte Wissenschaft. Dabei war ihr Werk wichtige Inspirationsquelle für bedeutende Autoren wie Brentano und Schiller. Und auch in außerliterarischen Zusammenhängen wirkte ihr Werk inspirierend: So schrieb der junge Franz Schubert 1811/12 eine Ouvertüre zu Albrechts Stück Der Teufel ein Hidraulikus.

Die Ausstellung versucht anhand von wertvollen Erstausgaben, seltenen Kupferstichen und neu entdeckten Dokumenten Leben und Werk der Albrechts nachzuzeichnen und macht deutlich, in welchem komplexen interdisziplinären Netzwerk sich das Paar bewegte. Die Ausstellung ist dem Albrecht-Forscher Hans-Werner Engels (1941–2010) gewidmet, aus dessen Sammlung viele der gezeigten Exponate stammen.

Ausstellungskonzept: Dr. Rüdiger Schütt

Begleitbuch zur Ausstellung:  „Verehrt, verflucht, vergessen. Leben und Werk von Johann Friedrich Ernst Albrecht (1752–1814) und Sophie Albrecht (1756–1840). Hrsg. von Rüdiger Schütt. Hannover: Wehrhahn-Verlag.

 

Kontakt: Dr. Rüdiger Schütt, Tel.: 0431/880-5419, E-Mail: schuett@ub.uni-kiel.de