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Schreiben, Sammeln, Sortieren - Die Stiftsbibliothek von Bordesholm als Gründungsbestand der Universitätsbibliothek Kiel

Ausstellungszeit

 
31.01.2015 - 10.05.2015Presse - Video         

 

  

 

 

abbildung 2a.jpgIm Augustiner-Chorherrenstift in Bordesholm herrschte im 15. Jahrhundert ein reges Treiben bei der Herstellung von Handschriften und Sammlung von Frühdrucken. Einige Chorherren brachten Literatur von ihren Studienaufenthalten in Prag, Bologna, Erfurt, Rostock oder Köln mit. Andere nutzten ihre Aufenthalte in entfernten geistlichen Gemeinschaften wie im pommerschen Tochterstift Jasenitz für die Kopie von Texten. Wieder andere vervielfältigen bereits in der Bibliothek vorhandene Schriften, die sie für die Pfarrseelsorge und Predigt verwendeten. So ergab sich ein buntes Potpourri von Büchern unterschiedlicher Herkunft und Gebrauchszusammenhängen.
Mit dem Anwachsen der Sammlung auf über 500 Bände und der zunehmenden Unübersichtlichkeit über die Inhalte machten sich die Chorherren an die Arbeit und banden ihre Werke kunstvoll ein, sicherten sie vor Diebstahl und katalogisierten ihren Bestand.

Die Auflösung des Stifts 1566 und die Einrichtung der Lateinschule in Bordesholm wirkten sich ungünstig auf den Umfang der Büchersammlung aus. Verloren gingen besonders die alten Pergamenthandschriften, ästhetisch ansprechende Exemplare sowie solche mit wertgeschätzten Texten wie die antiken Klassiker oder historiographische Werke. Die Inventarisierungen im 17. Jahrhundert hielten immer wieder das Ausmaß der Bestandsreduktion fest. Auch die Überführung der verbliebenen Bücher in die neugegründete UB Kiel 1665 brachte in dieser Hinsicht kaum Besserung, denn die letzten, zu dieser Zeit wissenschaftlich interessanten Texte zählen zu den Verlusten dieser Phase, wie auch der Verkauf mehrere Dubletten.

 

In the 15th century the Augustinian canons of Bordesholm were very active in the production of manuscripts and collection of early prints. Some canons brought literature from their studies in Prague, Bologna, Erfurt, Rostock and Cologne. Others used their stays in remote spiritual communities as in the Pomeranian community of Jasenitz for copying texts. Still others duplicated already existing material in the library that they used for the pastoral care and preaching. So there were books from various sources and user contexts.
With the growth of the collection to over 500 volumes the canons started to bind their books and recorded them in a medieval library catalogue.

The closing of the community in 1566 and the foundation of the Latin school in Bordesholm had a devastating effect on the collection. Especially the old parchment manuscripts, aesthetic copies and important texts such as the ancient classics or historiographical works were lost. The inventories of the 17th century showed the extent of reduction. Also, the transfer of the remaining books to the newly founded library in Kiel in 1665 brought little improvement. The last remaining interesting texts of this time were also lost and several duplicates were sold.

 

Ausstellungskonzept: Kerstin Schnabel, DFG-Projekt der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und der Universitätbibliothek Kiel

Ausstellungsprojekt: Dr. Klára Erdei, Leiterin der Altbestände

Restauratorische Betreuung: Anja Steinhauer und die Mitarbeiter der Buchbinderwerkstatt

Eröffnung: 30. Januar 2015, um 19 Uhr

Begrüßung: Frau Dr. Else Wischermann, Direktorin
Festvortrag: Professor Dr. Gerhard Fouquet
Einführung in die Ausstellung: Kerstin Schnabel, Gemeinsames DFG-Projekt der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und der Universitätsbibliothek Kiel
Vorstellung des Podcasts über die Universitätsbibliothek und Vorführung der Podcastfolge über die ´Bordesholmer Marienklage´