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Arthur Haseloff und Martin Wackernagel - Mit Maultier und Kamera durch Unteritalien

Forschungen zur Kunst im Südreich der Hohenstaufen (1905-1915)

Ausstellungszeit

 
25.05.2005 - 14.07.2005Presse

 

haseloff.jpg Mit Professor Arthur Haseloff (*28.11.1872 †30.1.1955), der von 1920 bis zu seiner Emeritierung 1939 den Lehrstuhl des hiesigen Kunsthistorischen Institutes bekleidete, setzte die Ära der Kieler Italien-Forschungen ein.

Seit 1905 als wissenschaftlicher Sekretär an der Kunstgeschichtlichen Abteilung des Königlich Preußischen Historischen Instituts in Rom tätig, erschloss er sich gemeinsam mit seinem Kollegen und Mitarbeiter Martin Wackernagel in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg ein Forschungsgebiet, das ihn zeitlebens beschäftigen sollte: das der mittelalterlichen Architektur und Skulptur im Südreich der Hohenstaufen.
Der Beginn dieser Forschungsmission jährt sich in diesem Jahr zum 100. Male.

Mehr als 3.200 fotografische Original-Aufnahmen italienischer Kunstdenkmäler und Landschaften entstanden vornehmlich zwischen 1905 und 1910. Diese auf Glasplatten und Nitrozellulosefilm zum großen Teil von Martin Wackernagel erstellten Bilddokumente sind mittlerweile in ihrer Substanz akut gefährdet. Das gesamte Bildarchiv, das heute im Kunsthistorischen Institut der Universität aufbewahrt wird, bedarf dringend konservatorischer Maßnahmen, um den Erhalt der kunst- und kulturgeschichtlich unvergleichlichen Sammlung langfristig zu gewährleisten.

Der wissenschafts- und fotografiegeschichtliche Wert der ein Jahrhundert alten Bilddokumente liegt in der damals pionierhaften systematischen, nahezu flächendeckenden Erfassung der mittelalterlichen Kunstschätze Unteritaliens mit besonderem Schwerpunkt auf den abgelegenen Provinzen Apulien, Basilikata, Kampanien, Kalabrien und Sizilien. Sämtliche Aufnahmen entstanden, bevor das Automobil und die Elektrifizierung die Stadtbilder und Landschaften nachhaltig veränderte, Erdbeben und Kriegsereignisse mit ihren verheerenden Folgen die historischen Stätten tiefgreifend neu modellierten. Neben der Eisenbahn waren – heute kaum mehr vorstellbar – Pferde und Maultiere das wichtigste Transportmittel der Wissenschaftler. Indem die Fotografien neben der materiellen Kultur immer wieder auch Land und Leute portraitieren, erschließt sich aus ihnen ein einmaliges Zeugnis des Mezzogiorno am Vorabend der modernen Zivilisation.

Ausstellungskonzept: Prof. Dr. Uwe Albrecht, Dr. Klára Erdei, Annette Henning, Dr. Astrid Wehser

Eröffnung der Ausstellung: 25.5. 18.15 Uhr, im Foyer der UB.

Lesung zur Ausstellung:

„Eine Reise in der südlichen Basilicata" Auf den Spuren von Martin Wackernagel
Gelesen von Thomas Schweikert (NDR, Kiel). Eine Veranstaltung des Kunsthistorischen Institutes in Verbindung mit der Arthur Haseloff-Gesellschaft und der Società Dante Alighieri am 8.6. 2005 um 20.00 Uhr im Vortragssaal der Kunsthalle.


Katalog zur Ausstellung:

Uwe Albrecht (Hrsg.): Arthur Haseloff und Martin Wackernagel - Mit Maultier und Kamera durch Unteritalien. Forschungen zur Kunst im Südreich der Hohenstaufen (1905–1915). Festeinband mit Fadenheftung, 130 S/W-Abb., 160 Seiten. 20,00 €
Ansichtsexemplar in der Wegweisung, Verkauf im Kunsthistorischen Institut.