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Kriege, Kult und Chroniken - Slawen in Plön

Eine Ausstellung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte

Ausstellungszeit

 
23.01.2008 - 22.03.2008 Presse

 

slawen_buecher.jpg Die Ausstellung, auf einem Konzept von Celia Ehlke basierend, war bereits im vergangenen Jahr im Museum des Kreises Plön zu besichtigen und präsentiert sich nun in Kiel in einer erweiterten und veränderten Fassung.

Thematisch beschäftigt sie sich dem Titel gemäß mit slawischem Kult, der Christianisierung und Mission in Wagrien sowie den, diesen Prozess begleitenden, kriegerischen Auseinandersetzungen. Untersucht werden diese Fragestellungen hauptsächlich mit Rückgriff auf die zeitgenössischen historischen Quellen, besonders Helmold von Bosau’s „Slawenchronik“. Bei dieser Chronik handelt es sich um die Darstellung der Mission der Slawen im wagrischen Raum durch das Bistum Oldenburg/Lübeck.

Studenten des Institutes unter der Leitung von Prof. Dr. Manfred Gläser, dem Leiter des Bereichs Archäologie der Hansestadt Lübeck, untersuchten hierfür im Kontext des aktuellen Forschungsstandes die Slawen im südlichen Ostseeraum.

Die Präsentation der gewonnenen Erkenntnisse erfolgt auf Postertexten. Diese Texte dienen dabei gleichzeitig zur Erläuterung einiger ausgewählter slawischer Funde; diese archäologischen Funde stammen hierbei nicht nur aus den älteren Grabungen der im Großen Plöner See gelegenen slawischen Olsborg, sondern auch von den letzten, dort durchgeführten, Grabungskampagnen.

Einen Großteil der Exponate stellen jedoch Bücher aus dem Bestand der Universitätsbibliothek dar – darunter auch verschiedene Exemplare der „Slawenchronik“.

Bei diesem Projekt stand es im Vordergrund Verbindungen zu schaffen: zwischen dem Bild, welches die literarischen Quellen widerspiegeln, und den naturräumlichen Gegebenheiten unserer Zeit, zwischen schriftlicher Überlieferung und archäologischem Befund.

Die Universitätsbibliothek als Standort der Ausstellung stellt besonders die letzte Art der Verknüpfung auf einzigartige Weise dar.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, welcher die präsentierten Themen in weiterführender Form aufgreift. Eine Kooperation des Kreismuseums Plön und der Artur Haseloff-Stiftung ermöglicht sein Erscheinen.


Ergänzend zu den in studentischer Arbeit entwickelten und verfassten Texten präsentiert sich das Institut mit einer Vorstellung der laufenden Projekte.

Diese betreffen – wie die Ausstellung – die ‚Slawen in Plön’: Seit 2004 steht die im Großen Plöner See gelegene Olsborg im Mittelpunkt archäologischer Grabungen des Institutes (Dr. R. Bleile; Dr. S. Kleingärtner, Prof. Dr. U. Müller). Die Ausgrabungen zeichnen ein vielschichtiges Bild des slawischen Zentralplatzes.

Darüber hinaus weiten zwei Projekte den slawischen Zeithorizont aus: DIGIWA und FIBSS. Der DIGIWA ist ein Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Ur- und Frühgeschichte (Dr. W. Dörfler) mit der Medienpädagogik der Universität Kiel und dem Museum des Kreises Plön. Radtouristen werden mittels eines Handheld-Computers und GPS zu Boden- und Kunstdenkmälern von der Steinzeit bis in das 20. Jahrhundert geführt.

Ein weiteres Projekt (Dr. R. Bleile; Prof. Dr. U. Müller) beschäftigt sich mit „Funktionen von Inseln in den Binnengewässern der holozänen Siedlungslandschaft Schleswig-Holsteins (FIBSS)“. Die Fragen - warum und wann auf Inseln gesiedelt wurde, wie die Natur- und Kulturlandschaft damals aussah und welchen Einfluss die Wasserstände auf die menschliche Siedeltätigkeit hatte - betreffen nicht nur slawische Inselburgen und warten darauf, beantwortet zu werden.

Ausstellungskonzept: Celia Ehlke, Institut für Ur- und Frühgeschichte

Ausstellungsprojekt: Dr. Klára Erdei

Eröffnung : Mittwoch, 23. Januar, um 19:00 Uhr, Foyer der UB

Begrüßung: Dr. Else Wischermann, Direktorin der Universitätsbibliothek
Einleitung: Prof. Dr. Ulrich Müller, Institut für Ur- und Frühgeschichte
Prof. Dr. Manfred Gläser, Bereich Archäologie der Hansestadt Lübeck
Celia Ehlke, Konzeption


Vorträge zur Ausstellung :

Mi., 30. Januar, 19:00 Uhr: Prof. Dr. U. Müller, Frühe Slawen zwischen Elbe und Oder
Veranstaltungsort: Johanna-Mestorf-Hörsaal, Johanna-Mestorf-Str. 4, Institut für Ur- und Frühgeschichte

Mi., 6. Februar, 19:00 Uhr: Celia Ehlke, Mission und Christianisierung der Slawen in Wagrien
Veranstaltungsort: Multifunktionsraum der Universitätsbibliothek, Leibnizstr. 9

Mi., 27. Februar, 19:00 Uhr: Sabine Nagel, Slawische Siedlungen. Burgen und Dörfer
Veranstaltungsort: Multifunktionsraum der Universitätsbibliothek, Leibnizstr. 9

Mi., 19. März, 19:00 Uhr: Dr. S. Kleingärtner, Die frühe Phase der Urbanisierung zwischen Elbe und Oder
Veranstaltungsort: Johanna-Mestorf-Hörsaal, Johanna-Mestorf-Str. 4, Institut für Ur- und Frühgeschichte