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Fünf Jahre "Bücher in Not"

Eine Initiative der Universitätsbibliothek zur Rettung wertvoller historischer Bestände

Ausstellungszeit

 
vom 28.08.2007 bis 27.09.2007Presse

 

5_jahre_bin.jpgDie Universitätsbibliothek Kiel besitzt einen der größten Bestände an alten Büchern in Schleswig-Holstein: ca. 45.000 Bände, darunter 379 Inkunabeln und ca. 3000 Handschriften aus der Zeit vor 1801.

Alle Bücher des 15. bis 18. Jahrhunderts werden in besonders geschützten und klimatisierten Magazinen verwahrt und werden zur Benutzung nur im Lesesaal der Hauptabteilung bereitgestellt. Leider waren die Bedingungen für ihre Erhaltung nicht immer so günstig wie heute. Häufige Benutzung, schlechte Lagerungsumstände, der große Brand der Bibliothek bei einem Luftangriff am 29. April 1942 hinterließen ihre Spuren. Etliche dieser Kostbarkeiten zeigen heute "Alterserscheinungen", sind von Schimmelpilz, Feuchtigkeit oder Tintenfraß befallen, die Buchrücken eingerissen oder ganz abgefallen - schlimmer noch: Viele Bücher sind inzwischen so stark beschädigt und vom Zerfall bedroht, dass sie zur Benutzung kaum noch zur Verfügung gestellt werden können, denn die Einbände leiden bei jedem Herausnehmen aus den Regalen.

Dennoch kann durch restauratorische Kunstfertigkeit und die Anwendung spezieller Techniken der größte Teil der Schäden wieder behoben werden. Selbstverständlich ist die Universitätsbibliothek seit Jahrzehnten bemüht, ihren Altbestand kontinuierlich zu pflegen, doch die sachgemäße Restaurierung ist mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden, der von einer öffentlichen Einrichtung nicht mehr allein getragen werden kann. Unsere Mittel reichen längst nicht aus, um alle kostbaren Bände vor dem endgültigen Zerfall zu retten.

Vor fünf Jahren hat die Bibliothek die Buchpatenschaftsaktion "Bücher in Not" begründet. Alle Kultur liebenden bibliophilen Benutzerinnen und Benutzer wurden aufgerufen, uns bei der Erhaltung der wertvollen Bestände zu helfen. Wir suchten Sponsoren, die die Patenschaft für einzelne Bücher übernehmen oder mit sonstigen Spenden zur Rettung des Bücherschatzes beitragen konnten. Unsere Aktion darf nach fünf Jahren als großer Erfolg bezeichnet werden: Mit bis heute über 30.000 Euro Spenden konnten rund 55 Inkunabeln, Handschriften und alte Drucke vor 1800 restauriert werden. Diese Ausstellung ist eine Gelegenheit, uns bei allen bisherigen Buchpatinnen und –paten zu bedanken und gleichzeitig weiter für diese Aktion zu werben, denn viele der alten Schätze sind nach wie vor bedroht.

Plakat: Vladimir Sitnikov
Ausstellungskonzept: Dr. Klára Erdei

Mehr über die Aktion

Der 2. September ist der Tag des schriftlichen Kulturerbes